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Aufstieg auf den höchsten Berg Afrikas

Fast 6.000 m ragt der Gigant aus der Ebene empor. Der Gipfel sieht aus dieser Perspektive recht flach aus, er ist ohne bergsteigerische Erfahrung zu besteigen, man benötigt weder Seil noch Pickel. Vielleicht glauben gerade deswegen viele Besucher, es wäre einfach, mal eben dort hinauf zu laufen. Doch von den 11.000 Wanderern, die jährlich über die Hauptroute aufsteigen, erreichen gerade mal 10% den Gipfel. 1/3 begnügt sich mit dem Kraterrand als Ziel, doch die Mehrzahl schleicht wieder nach Hause, nur mit unangenehmen Erinnerungen an rasende Kopfschmerzen und einem revoltierenden Magen. So einfach ist es eben doch nicht.

Ich habe während der kurzen Zeit, in der ich dort war, Leute getroffen die:

Die Ersten gaben bei 3.800 m auf. Die Nächsten bei 4.500 m. Es gab auch Einen, der sich bis zum Kraterrand schleppte, dort zusammenbrach und sich nicht erinnern konnte wie es dort oben aussah. Wer sich auf diesen Berg hinauf wagt, sollte zumindest schon mal in den Bergen gewandert sein, um zu wissen, wie anstrengend es sein kann, in sauerstoffarmer Luft 4 Tage bergauf und 2 Tage bergab zu laufen.

Wer über gute Kondition, Gesundheit, Ehrgeiz und Ausdauer verfügt, hat "nur noch" mit der Höhe zu kämpfen. Das Lebensalter spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Leider ist es sehr schwierig im voraus zu testen, wer höhentauglich ist oder nicht. Noch dazu ist dies auch von der Tagesform abhängig. Ein gutes Mittel ist, sich Zeit zu lassen und möglichst langsam zu gehen, um den Körper an die Höhe zu gewöhnen. Absolut wichtig ist: viel Trinken, denn mit dem Wasser nimmt der Körper ebenfalls Sauerstoff auf (H2O). Auf Alkohol sollte während der Wanderung ganz verzichtet werden.

Es gibt etliche Routen die zum Hauptgipfel, dem Kibo, führen:

Egal für welche Route man sich entscheidet, die Landschaft ist einmalig. Es geht zunächst durch dichten Bergregenwald der bei 3.500 m allmählich in sparrige Baumheide übergeht. Ab 4.000 m gibt es nur noch Gräser, Lobelien und niedere Büsche. Ab 4.500 m wachsen nur noch Flechten und Moose; der Weg geht allmählich in Geröll über. Der Aufstieg zum Kraterrand besteht nur noch aus Geröll, d.h. mit jedem Schritt, den man vorgeht rutscht man einen halben zurück. Die dünne Luft und die Müdigkeit kommen erschwerend hinzu. Doch die Anstrengung lohnt sich, denn die gewaltigen Eismassen sind ein überwältigender Anblick.

Ich habe es nicht bis zum höchsten Gipfel, dem Uhuru Peak (5892 m), geschafft, sondern "nur" bis zum Stella Point in 5740 m Höhe. Ich war zu müde und zu k.o. um weiter zu gehen, selbst das Fotografieren bereitete Mühe. Doch der Weg, die Landschaft und der Blick in den riesigen Krater, entschädigen für die Strapazen.

Beachten Sie auch meinen Bericht vom Aufstieg. Weitere Fotos finden Sie unter Fotografie auf Reisen.

Ein empfehlenswerter Veranstalter vor Ort ist Zara Tours, Moshi

Kilimanjaro, Blick vom Ambroseli Nationalpark
Kilimanjaro, Machame-Route, nach dem Shira-Plateau
Kibo, höchster Gipfel des Kilimanjaro