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Allgemeine Reiseinformationen für Reisen nach
Syrien /Orte

Aleppo, Zitadelle
Aleppo
Die zweitgrösste Millionenstadt in Syrien nach Damaskus, lebt heute wie gestern vom wirtschaftlichen Handel. Das Herausragendste in der Mitte der Stadt, ist die moslemische Zitadelle, die 50 m ueber der Stadt auf einem natürlichen Bergplateau thront. Die meisten erhaltenen Bauten sind aus der Zeit zwischen dem 13. und 16. Jh. Durch den Eingangsturm, der auf der gleichen Höhe wie die Stadt liegt, geht man auf der leicht nach oben führenden Steinbruecke ueber den 20 m tiefen und 30 m weiten Burggraben und steht dann vor der eindrucksvollen Befestigungsanlage. Früher stand der Feind mit seinem Türrammer machtlos vor drei geschlossenen, mit Eisen beschlagenen Toren.
Er musste unverrichteter Dinge abziehen,da die hohen Eingänge abgewinkelt, zum Rammen ungeeignet, angebracht waren. Da musste der Feind sich schon eine besondere List einfallen lassen. Nach einer alten Geschichte tat er das auch: Unter Ziegenfellen, mit hartem Brot im Mund mischte er sich unter die echten Tiere, die an der Boeschung des Burggrabens friedlich grasten. Bei Dunkelheit stieg er ungesehen ueber die Mauer, um die Tore fuer seine Mannen von innen oeffnen zu koennen.
Heute steht der Besucher vor offenen Tueren und gelangt ohne Muehe hinauf zur Höhe, wo sich die eigentlichen Bauten der Befestigung befanden. Auf einem ovalen Areal von 280 m Laengsdurchmesser sind zwei Moscheen neu renoviert worden. Vom Palast aus dem 13. Jh. ist ausser einer Badeanlage, die sehr schoen restauriert wurde, nur noch die Fassade mit dem Portal zu sehen. Im 15. Jh.. bauten die Mamluken hinter dem älteren Portal einen neuen Thronsaal, der heute in gut renoviertem Zustand bewundert werden kann. Während den neuzeitlichen Ausgrabungen wurden Fundamente freigelegt, die von einem hethitischen Tempel her stammen (10.Jh. vor Chr.), sowie ein römisches Theater, das - stark erneuert - fuer moderne Aufführungen benutzt wird. Die Bedeutung als Handelsstadt uebertraf Mitte des 17. Jh. sogar die Alexandrias (Ägypten) und die Konstantinopels. Im osmanischen Reich richteten europäische Handelsmächte wie Venedig, Frankreich, England und Holland ihre Konsulate und Niederlassungen in Aleppo ein.
Apameia
Apameia
Seleukos I Nikator, der Gründer des Seleukidenreiches, gründete im 6. Jahr nach dem Tode Alexanders des Großen die Stadt Apameia. Den Namen wählte Seleukos zu Ehren seiner Frau, der persischen Prinzessin Apame. Die heute vorhandenen Reste stammen im Wesentlichen aus römischer und byzantinischer Zeit. Wir betreten die Stadt durch das Antiochia-Tor, eines von 7 Toren,
die die gewaltige Stadtmauer durchbrechen und wandern die Cardo, die fast 2 km lange Hauptstraße hinunter. Apameia war eine bedeutende Handelsstadt für die Karawanen, die auf dem Weg nach Osten waren. Auch Marc Anton und Cleopatra sollen in Apameia Station gemacht haben. Bei einer Volkszählung zu Beginn unserer Zeitrechnung wurden 117.000 Vollbürger gezählt. Werden Sklaven, Frauen und Kinder hinzugerechnet, so kommt man schätzungsweise auf 500.000 Einwohner. Durch mehrere Erdbeben und die zweimalige Eroberung durch die Sasaniden (persische Dynasty )(540 u. 613) verliert Apameia an Bedeutung.
Bosra, Theater
Bosra
In roemischer Zeit (106 n.Chr.) wurde Bosra Hauptstadt der Provincia Arabia und zuvor war sie ein Stuetzpunkt des Nabataeerreiches (200 vor Chr.), das den Roemern erst 170 Jahre nach dem ersten Syrienfeldzug in die Haende fiel. Bosra war ein wichtiger Marktplatz fuer die Nomaden aus dem umliegenden Wuestengebiet. Sie wurde schon im 3.Jh.. Bischofssitz, um der
wichtigen Aufgabe gerecht zu werden, die arabischen Nomadenstaemme zu christianisieren. Sogar Mohammad soll hier, waehrend einer Rast seiner Karawane, vom Moench Bahira in das Christentum eingefuehrt worden sein. Bis zum Bau der Hedjaz-Bahn fungierte Bosra noch als Pilgerstadt auf dem beschwerlichen Weg nach Mekka. Heute liegt der Ort abseits in der Provinz.
Das imposanteste Monument ist das roemische Theater. Durch die Bedrohung der Kreuzfahrer wurde das Monument jener Zeit, wo Brot und Spiele massgebend waren, vom 11. Jh. an zu einer starken Festung ausgebaut, die von den fraenkischen Invasoren zweimal vergebens belagert wurde. Das eigentliche Theater wurde in dieser Zeit vollstaendig mit Schutt aufgefuellt, so dass es, gut geschuetzt, im Jahre 1947, fast vollstaendig erhalten, ausgegraben werden konnte. Es ist, neben dem Theater in Aspendos, das besterhaltene Exemplar eines roemischen Schauspielhauses. Es bietet heute bei kulturellen Anlaessen noch Platz fuer ca. 15.000 Zuschauer. Sitzt man ganz oben, erlebt man heute noch, durch die perfekt eingesetzte Architektur, eine harmonisch abgestimmte Akustik.
Damaskus
Damaskus
Damaskus, mit einer 10.000 Jahre alten Vergangenheit, hat den Ruf, die aelteste, kontinuierlich besiedelte Stadt zu sein. Trotz des europaeischen Einflusses seit den letzten 200 Jahren bewahrte die Stadt ihr orientalisches Gesicht.
Die grosse Freitagsmoschee, erbaut im Jahre 705 n. Chr. von den Omayyaden (Omayyadenmoschee) , steht auf heiligem Boden:
1000 Jahre vor Chr., waehrend des Koenigreichs Aram, haben dort die alten Syrer ihrem aramaeischen Gott Hadad gehuldigt. Ein Jupitertempel entstand anfangs der Roemerzeit im 1.Jh..n. Chr. Dieser wurde waehrend der Christianisierung im 4.Jh.. in eine Kirche umgewandelt, die nach Johannes dem Taeufer benannt wurde. 70 Jahre lang, vor dem kompletten Umbau des Areals in die heutige Moschee, gingen Christen und Moslems durch das gleiche Portal zu ihren nebeneinander stehenden Gebetshaeusern. Als heilige Reliquie der Moslems wird das Haupt des Johannes nun in der Omayyadenmoschee verehrt. Die Bausubstanz von heute spiegelt in den wieder verwendeten roemischen Saeulen und in gan-zen Mauerstuecken aus dem Jupitertempel immer noch die Vergangenheit wieder. Das Westtor des ehemaligen Tempelareals steht heute - noch an gleicher Stelle wie in der Antike - ausserhalb der Moschee, wo der Souq beginnt.
An die Anfangszeit des Christentums erinnert die kleine, unterirdische Ananias-Kapelle im Christenviertel von Altdamaskus. Auf kleinen Bildtafeln wird dort die Geschichte erzaehlt, wie der roemische Soldat Saulus zum Paulus wurde. Es wird geschildert, wie er in einem Korb vor den empoerten Juden ueber die Stadtmauer entfliehen musste. Heute erinnert die Paulus-Kapelle an die Flucht des Heiligen, erbaut am Ort des Geschehens.
Dura Europos, Stadttor
Dura Europos
Die Festung wurde 1.500 Jahre nach dem Untergang Maris von Seleukos I. Nikator gegruendet. Sie diente urspruenglich als Wegeposten zur Sicherung der Handelsstrassen. Die Stadtmauer wurde bis zur sassanidischen Eroberung immer wieder erneuert und verstaerkt. Noch heute sehen wir die Reste einer Synagoge (wunderschoene Fresken, heute im Nationalmuseum von
Damaskus zu sehen) Daneben gab es roemische Baeder, eine Karawanserei, Marktplatz, Zitadelle und Tempel verschiedener griechischer, roemischer und mesopotamischer Goetter. Dura-Europos ist ganz aus Selenit gebaut, einem Gipsstein, der mit rosa Marmor inkrustiert ist. 256 n. Chr. eroberten die Sassaniden Dura Europos, danach verfiel der Ort.
Ebla / Tel Mardikh
Ebla / Tel Mardikh
Sie geht nachweislich bis 5500 Jahre in die Vergangenheit zurueck. Fuer den heutigen Besucher erscheint das Areal auf den ersten Blick als Huegel (arabisch: Tel) in der Landschaft. Solche Tells sind fuer europaeische Archaeologen begehrte Objekte. In Ebla graben seit den 60er Jahren die Italiener, und sie sind noch lange nicht am
Ende der Vergangenheit angelangt. Monumente aus der Zeit 2400 bis 1650 vor Chr., wie der Tempel und der Koenigspalast mit dem aufschlussreichen Tontafelarchiv (17.000 Tafeln) und andere Gebiete, haben sie bis jetzt schon freigelegt. Die vier Tore in der ehemaligen Stadtmauer sind nicht viel mehr, als vier Unterbrechungen eines Erdwalls, der in der laendlichen Umgebung auszumachen ist.
Kirche Hl. Thekla, Ma'alula Ma'alula
In diesem Dorf wird noch heute ein aramaeischer Dialekt gesprochen. Das griechisch-katholische Kloster ist dem heiligen Maertyrer Sergios gewidmet. Er war Fuehrer in der roemischen Armee und stammte aus Nordsyrien. Da er sich zum Christentum bekannte, wurde er im Jahre 297 in der Stadt Rusafa hingerichtet.Die kleine Klosterkirche ist mit Balken und einer Tuere
versehen, deren Holz vor 2 000 Jahren geschlagen wurde. Die zahlreichen, teilweise sehr alten Ikonen sind Geschenke aus Dankbarkeit der Pilger.
Mari / Tel Hariri
Mari / Tel Hariri
Vor 5.000 Jahren war Mari eine der wichtigsten Staedte Mesopotamiens. Leider waren die Haeuser und Palaeste aus Lehm gebaut, von denen fuer Laien heute nicht mehr viel zu erkennen ist. Ausgrabungen haben 25.000 Tontafeln in akkadischer Sprache ans Tageslicht gebracht. Durch sie ist vieles ueber das Leben in Mari bekannt. Daneben wurden sog. Beterfiguren
und Statuen aus Gips, Bronze und Lapizlazuli gefunden. Der beruehmte Schatz von Ur wurde hier gefunden, 4.500 Jahre alte Figuren aus Gold, Lapislazuli, Elfenbein und Bronze kamen wieder ans Tageslicht. Mari verdankte ihren Reichtum vor allem den Zoellen, die sie auf den Warenverkehr zwischen Persischem Golf und dem Mittelmeer erhob. Die Haupthandelsgueter waren neben Zinn und Kupfer insbesondere Harzprodukte, Holz, Olivenoel und Wein. Gesandschaften aus den entferntesten Gebieten begegneten sich im Palast von Mari, der Veraltungs- Herrschafts- und Handelszentrum zugleich war. Wen wundert es da, dass dieser Palast riesig war. Über 300 Raeume soll er gehabt haben. Schon zu Lebzeiten Zimrilims, des beruehmtesten Herrschers, wurde sein Palast als Weltwunder gepriesen. 1759 v. Chr. wird Mari durch den babylo-nischen Koenig Hammurabi zerstoert. Mari geraet - ebenso wie Ebla - in Vergessenheit.

Palmyra / Tadmor
Palmyra / Tadmor
Das erste Mal schriftlich erwaehnt wurde das damalige Tadmor auf assyrischen Schriftplatten aus Lehm, 2.000 Jahre vor Chr., was nicht bedeutet, dass nicht schon in frueheren Zeiten menschliche Ansiedlungen in diesem Gebiet existiert haben.
Die antike Ruinenstadt, wie sie sich heute dem Besucher zeigt, entstand waehrend der roemischen Zeit, obwohl die Oase schon
vor dem Kontakt mit den Roemern eine reiche Handelsstadt war. Zentral gelegen, zwischen Mittelmeer, Mesopotamien und dem fernen Osten, wurde sie zum begehrten Umschlagplatz der Karawanen. Ihre Lage inmitten der Konflikte grosser Maechte machte Palmyra auch immer wieder zur Grenzstadt: im 2. Jh.. n.Chr. zwischen Roemern und Parthern, im 3. Jh.. n.Chr. zwischen Roemern und Sassaniden. Durch geschickte politische und militaerische Parteinahme erlangte Palmyra wiederholt Unabhaengigkeit.
Ein Grossreich von Ägypten bis nach Ankara wurde Palmyra um 267/8 n. Chr. durch die syrische Persoenlichkeit Koenigin Zenobia. Ihren legendaeren Ruf behielt sie bis heute, ihr Reich nur wenige Jahre. Als sie sich zur Kaiserin kroente und eigene Muenzen praegte, schaute Rom nicht mehr tatenlos zu. Nach ca. 5Jahren legte der Roemer Aurelian die Stadt in Asche und Zenobia in Ketten. Die Kraft zur Selbstaendigkeit wurde damit fuer alle Zeiten gebrochen, und die Oase versank in Provinzialitaet.
Qanawat / Kanatha
Qanawat / Kanatha
In Qanawat gibt es noch Ruinen, die bis ins 2.Jh..n. Chr. zurueckreichen. Das eindrucksvollste Monument ist das sogenannte Serail, das einen Gebaeudekomplex beinhaltet, der vom 2. bis zum 5.Jh. von einem Tempel in eine byzantinische Kirche veraendert wurde.
 
Rusafa
Rusafa
Rusafa liegt 35 km suedlich des Euphrats. Die Stadt wurde im 5. Jh.. n.Chr. zu einem christlichen Pilgerzentrum, das bis nach Konstantinopel und Ravenna bekannt war. Damals Sergiopolis genannt, enthielt die Stadt die Grabeskirche des Soldatenheiligen Sergios, der waehrend der roemischen Christenverfolgung um 300 hier enthauptet wurde (siehe Ma'alula). Der grosse Reichtum, der sich durch die Pilger ansammelte, musste gegen die Sassaniden gesichert werden. Somit erhielt die Stadt mit ihren zahlreichen Sakralbauten eine Umfassungsmauer von ca. 500 m Seitenlaenge mit 50 verschieden gestalteten Tuermen und mit vier
monumentalen Toren. Auf der Innenseite der Stadtmauer sind zwei uebereinander gebaute Wehrgaenge an-gebracht, die noch teilweise begehbar sind. Heute sieht der Betrachter der byzantinischen Stadt ausser der gut erhaltenen Mauer die riesigen unterirdischen, aus dem Stein gehauenen Hallen der Zisternen, die Reste der Bischofskirche, der Kathedrale und der Grabeskirche des Maertyrers und einige kleinere, sehr verfallene Gebaeude. Die Moslems eroberten die Stadt im Jahre 636. Doch nicht die Omayyaden zerstoerten den Ort, sondern ein Erdbeben im 8.Jh.. Die byzantinische Kirche wurde wieder hergestellt und blieb bis ins 12. Jh.. Bischofssitz. Die nicht moslemischen Mongolen zerstoerten die Stadt im 13. Jh.. Rusafa bleibt ein Beispiel, wie eine christliche Stadt auch nach der islamischen Eroberung bis ins Mittelalter hinein weiter bestehen konnte.
Ugarit / Ras Shamra

Ugarit / Ras Shamra
Der Ort ist bekannt durch seine Funde: Eine winzige Tontafel, das mit 30 Keilschriftzeichen in festgelegter Reihenfolge als das erste Alphabet bezeichnet werden darf. Im 14. Jh.. vor Chr., aus mehreren hundert Silbenzeichen der mesopotamischen Keilschrift hervorgegangen, reicht die Wirkung dieser Schriftrevolution ueber die Phoenizier und Griechen bis in unsere Zeit hinein!

Schon frueh im Handel mit der damaligen Welt, suchte man vielleicht nach einer Loesung, die langatmige Wirtschaftskorrespondenz zu vereinfachen und zu kuerzen (im 4.Jahrtausend vor Chr. treten bereits importierte Keramiktypen aus Zypern und Mesopotamien auf). Reiche Archivfunde zeigen solche und andere Texte in verschiedensten Sprachen wie Akkadisch, Hethitisch, Ägyptisch und Minoisch und geben heute Auskunft ueber das Leben in dieser kosmopolitischen Stadt der Vergangenheit. Man fand 18 Siedlungsschichten und kam dabei bis in die Mitte des 7. Jahrtausends vor Chr. Was heute zu sehen ist, sind mehrheitlich Ruinen aus dem 14. und 13. Jh..vor Chr.

Zenobia / Halabiye
Zenobia / Halabiye
Zwischen 266 und 270 wird die Stadt durch Zenobia, die palmyrenische Herrscherin, gegruendet. Dies war die einstige Hafenstadt der Palmyrener. Doch bereits in byzantinischer Zeit sind die Befestigungeswaelle so weit verfallen, dass Justinian umfangreiche Restaurierungsarbeiten vornehmen muss. Kaiser Justinian baute Zenobia vollstaendig wieder auf, stationierte dort
eine Garnison und machte die Stadt zu einem Bollwerk des roemischen Imperiums und einem Grenz-posten gegen die Perser. Mit dem Wiederaufbau der Grenzstadt wurde Isidor von Milet beauftragt, einer der faehigsten Architekten seiner Zeit. Er baute u.a. die zweite Kuppelkonstruktion der Hagia Sophia in Konstantinopel. 610 wird die Stadt ebenfalls durch die Sassaniden zerstoert und verliert jede Bedeutung.