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Allgemeine Reiseinformationen für Reisen nach
Peru / (Nord-)Küste

Trujillo

Trujillo
Trujillo ist mit gut 500.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Perus. Die Stadt wurde 1534 von Diego de Almagro zu Ehren der spanischen Geburtsstadt Francisco Pizarros gegründet und war Sitz zahlreicher Vizekönige.

Rund um Trujillo gibt es etliche Ausgrabungsstätten der Moche (Huaca del Sol und die Huaca de la Luna) und der Chimú (Chan Chan, Huaca Esmeralda, Huaca el Dragón). Mit dem Taxi oder Leihwagen können alle genannten Ausgrabungsstätten an einem Tag besucht werden.
Chan-Chan, Tschudi Palast

Chan Chan
Chimú
bedeutet einfach König, und zu einem König gehört auch ein Palast. Der Legende nach kam etwa im 6. Jh. n.Chr. der erste Chimú (Taycanamo) auf einem Holzfloß an. Er brauchte ein Jahr um sich einen Palast zu bauen. Er lernte die Sprache der ansässigen Bewohner und wurde dann als Herrscher von der Bevölkerung akzeptiert. Er gründete ein Reich das in seiner Blütezeit etwa um

1300 vom Golf von Guayaquil im heutigen Ecuador bis zur südlichen Grenzfestung Paramonga ca. 300 km nördlich von Lima reichte. Eine Ausdehnung von 1200 km. Etwa 500.000 Einwohner zählte sein Volk.
Chan Chan war das wirtschaftliche und politische Zentrum dieses Reiches und Mitte des 13. Jh. mit einer Ausdehnung von 20 qkm eine Weltstadt. Mindestens acht Erdbeben und ebenso viele Überschwemmungen haben die Gebäude dieser Stadt zerstört. Von den Zitadellen, Straßen, Häusern und Pyramiden sind heute nur noch umrisshafte Mauern zu erkennen. Fähige Spezialisten, eine perfekte Organisation und Tausende von Arbeitern waren die Voraussetzungen, um eine Stadt dieser Größenordnung aus der Wüste zu stampfen. In der trockenen Wüstenzone war Trinkwasser lebenswichtig. Deshalb zapften die Chimú den Rio Moche an und leiteten sein Wasser nach Chan Chan. Ein Netz von Kanälen durchzog die Stadt. An zentralen Punkten entstanden Zisternen und riesige Sammelbecken von 130 m Länge und 45 m Breite. Bis zu 75000 hl fassten diese Speicher. Die Wirtschaft des Chimú -Reiches basierte auf Landwirtschaft, Fischerei, Jagd, Handwerk und Handel. Angebaut wurden Mais, Bohnen, Erdnüsse und Kartoffeln, aber auch Baumwolle. So ist es nicht verwunderlich, dass Motive aus Fischerei und Landwirtschaft häufig in der Ornamentik auftauchen.
Der Tschudi-Palast ist das am besten erhaltene Gebäude. Zunächst beeindrucken die klaren, rechtwinkeligen Formen und die strenge Symmetrie. Doch verlässt man große Plaza gelangt man in das labyrinthische Gangsystem des Tempelviertels. Die Ornamente stellen die Wellen des Ozeans dar. Die Innenwände waren einst bunt bemalt. Die Reliefs zeigen geometrische Muster, stilisierte Vögel, Fische und andere Meerestiere. Auf Kunst am Bau legten die Architekten der Chimú großen Wert. So hatten sie die Einfassungen des riesigen Zeremonienplatzes oder die Mauern öffentlicher Gebäude mit Ornamenten aus Lehmputz regelrecht tapeziert. Kostbare Vorhänge aus meterlangen Stoffbahnen schmückten die Wände. In den Nischen standen Figuren aus dem Holz des Johannisbrot baum es. Sie haben die Jahrhunderte überdauert. Sie bezeugen, dass das Gebiet um Chan Chan keineswegs immer so wüstenhaft, trocken und baum los war wie heute. In früheren Jahrhunderten standen dort ausgedehnte Wälder einheimischer Baumarten wie Johannisbrot baum , Zapote und Hualtaco.
Die Chimú waren die besten Goldschmiede im alten Peru. Als die Inka um 1470 das Königreich Chimor ihrem riesigen Imperium einverleibten, erlernten sie zwar die Metallverarbeitungstechniken des Küstenvolkes, erreichten aber nie den hohen Standard der bewunderten Vorbilder. So ist das meiste, was wir in den Museen Perus an prunkvollen Schätzen bestaunen, beste Chimú -Arbeit.
Huaca el Dragón

Huaca el Dragón
Nur wenige Kilometer von der Huaca de la Luna befindet sich die Huaca El Dragón , die Drachenpyramide. Bis 1960 lag sie noch verborgen unter Wüstensand, doch dann wurde sie innerhalb von fünf Jahren freigelegt und teilweise restauriert. An einer schier endlosen Mauer laufen wir entlang und bemerken an einigen Stellen Lehmstuck der Fabelwesen zeigt die wie Drachen

aussehen. Es wird angenommen, dass dieser Tempel von den Moche erbaut und später von den Chimu übernommen wurde. Es gibt nur einen einzigen schmalen Eingang in dieser Umfassungsmauer. Früher war der geweihte Bezirk allein den Priestern vorbehalten. Wir schreiten hindurch und stehen völlig unerwartet und von außen nicht sichtbar vor einem 4 m hohen Gebäudekoloss auf dem sich eine zweite Plattform von 3 m Höhe erhebt. Die Wände der Huaca sind über und über mit Lehmreliefs überzogen. 1963 wurden sie restauriert. Einige sind dennoch stark verwittert, andere dagegen gut erhalten. Das Motiv ist immer dasselbe: Über einem Opferaltar halten zwei pflanzenhafte Wesen ein Tumi , das Opfermesser. Darüber begegnet sich ein Seepferdchenpaar. Eine doppelköpfige Schlange umfängt, wie ein Regenbogen, die Mittelszene. Dieses Ungeheuer verkörperte bei den Chimú das Himmelsgewölbe über dem wogenden Meer. Weitere Schlangen, Pumas und katzenhafte Vögel sowie eine Schmuckleiste mit tanzenden Kriegern runden das Dekor ab. Über die Rampe schreiten wir nach oben auf die oberste Plattform. Von hier blicken wir in insgesamt 14 Speicherkammern. Sie dienten zur Einlagerung der Opfergaben für den Tempel - von Idol-Statuetten bis zu lebenden Schnecken. Über die Bedeutung und die Rituale, die hier stattfanden, ist so gut wie nichts bekannt. Auch der Name wurde dem Tempel von Archäologen gegeben, wie er von den Moche und Chimu genannt wurde ist unbekannt.
Huaca Esmeralda

Huaca Esmeralda
Der Smaragdtempel. Er besitzt ähnliche Abmessungen wie die Huaca el Dragon, doch hat er einen trapezförmigen Grundriss und eine andere Gliederung. Auch dieser Tempel lag bis 1923 unter Wüstensand begraben. Danach setzen heftige Regenfälle dem Bauwerk stark zu.



Hund ohne Haar
Hund ohne Haar
Der Hund ohne Haar (perro sin pelo) ist eine ganz eigene Rasse. Bei den Chimú wurde er als Mondtier verehrt. Er galt als Seelenbegleiter und Wächter im Jenseits. Heute ist diese Rasse vom Aussterben bedroht, doch das Museum von Chan Chan hat ein Zuchtprogramm ins Leben gerufen.

Huaca del sol y de la luna

Die Moche waren die Baumeister der höchsten Lehmpyramiden Südamerikas, der Huaca del Sol und Huaca de la Luna. Huaca bedeutet einfach Tempel. Die Lehmziegelpyramiden hatten vermutlich eine multifunktionale Aufgabe und waren keine Mausoleen wie die Pyramiden in Ägypten. Sie waren Heiligtümer und dienten zeremoniellen Zwecken.

Huaca del Sol und Huaca de la Luna
Die massive siebenstufige Huaca del Sol war wahrscheinlich das wichtigste Heiligtum der Moche . Die ursprünglichen Maße des Grundrisses betrugen 340 x 220 m, die Höhe erreichte 41 m. Sie steht auf einer 18 m hohen Stufenterrasse und besteht aus 140 Millionen Adobeziegeln. Adobe sind Lehmziegel. Auch heute noch werden aus diesem Material Häuser gebaut. Der Ziegel besteht aus Tierdung und 3 verschiedenen Sorten Lehm. Die Moche -Bauweise kannte keine Säulen. Ihre statische Festigkeit erhielten die Erdpyramiden unter anderem durch einen verschachtelten Lagewechsel der Ziegel: mal quer-, mal hochgestellt. Auf diese Art und Weise waren sie sogar Erdbebensicher. Die Lehmziegel haben außerdem sehr verschiedene Formen und wurden von den herstellenden Dorfgemeinschaften mit Ursprungsmarkierungen versehen, um die vorgeschriebenen Ablieferungsquoten kontrollieren zu können. Bisher kennt man 68 Erzeugersiegel. Qualitätssicherung a la 200 n. Chr. Direkt gegenüber der Sonnenpyramide steht die Huaca de la Luna – die Mondpyramide.
Am Fuße der beiden Huacas befinden sich u.a. Grabfelder, die in der Vergangenheit immer wieder von Grabräubern (Huaqueros), geplündert wurden. Die Zerstörung an der Sonnenpyramide entstand nicht etwa durch Naturgewalten sondern durch Menschenhand. Um schnellstmöglich an eventuelle Grabbeigaben zu kommen hatten die Grabräuber einfach den nahen Moche -Fluss umgeleitet und das Wasser gegen die Pyramide geführt.
Eine Schrift gab es bei den Moche nicht. Doch sie hinterließen kunstvolle Porträtvasen und unzählige Keramikgefäße, die gerne auch als Keramische Bilderbücher bezeichnet werden. Über diese Keramik konnten Rückschlüsse auf das Alltagsleben, die Götterverehrung und auch den ausgeprägten Totenkult gewonnen werden. Für die Herstellung der Tongefäße benutzten die Moche Formen und Modelle. Die Töpferscheibe kannten sie nicht. Glas war bei den präkolumbischen Kulturen unbekannt, das brachten erst die Spanier mit. Doch kannten die Moche die Metallverarbeitung. Gold, Silber, Kupfer und Legierungen wurde meist zu Schmuck verarbeitet. Eisen wiederum war unbekannt.
Die Mondpyramide (21 m hoch) liegt etwa 500 m von der Sonnenpyramide entfernt. Die Pyramiden paarweise zu errichten entspricht dem immerwährenden Prinzip der Dualität, das wir bereits in Chavín kennen gelernt haben. Zwischen Sonnen- und Mondpyramide zeugt ein Fundamentgitter von bis zu 2 m dicken Lehmmauern von einer alten Siedlung. Hier lebten die Priester und Töpferbauern. Sie huldigten dem Gott Aia-Paec, der die Sonne lenkte, Regen schickte und die Landwirtschaft mit reichen Ernten segnete. Sein dämonisches Antlitz mit den wulstigen Augenbrauen und den gebleckten Fangzähnen (bereits eine Bildformel der Chavín-Kultur) taucht in der Keramik und Architektur der Moche auf Schritt und Tritt auf und beherrscht ebenso die farbigen Murale der Mondpyramide.
Über die religiösen Handlungen der Moche ist wenig bekannt, aber es gilt als erwiesen, dass auch Menschen geopfert wurden. Dies geschah nicht einfach um Blut zu vergießen, sondern um den Göttern zu danken und dafür zu bitten, dass sie die Naturgewalten im Griff behielten. Das Opfer wurde im Inneren des Tempels vorgenommen. Mit dem sog. Tumi wurde dem Opfer der Hals durchgeschnitten. Danach wurden die Leichen noch lange Zeit der Witterung unter freiem Himmel ausgesetzt. Anhand von jüngsten DNA-Analysen hat man an den in der Huaca gefundenen Skeletten festgestellt, dass nicht etwa die Feinde von fremden Stämmen geopfert wurden, sondern dass es sich um Krieger aus der eigenen Bevölkerung handelte. Warum ging diese blühende Kultur der Moche unter? Einige Archäologen vertreten die These, dass die Moche durch das Phänomen von El Nino untergingen, der in zeitlichen Abständen sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen an die Nordküste Perus bringt. Nach dem Untergang der Moche wurde das Territorium sukzessiv von den Chimu und den Lambayeque eingenommen. Die Chimu überbauten etliche Kammern des Tempels und nutzten sie für eigene Zwecke.
Weitere Informationen: Huaca de la Luna