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Allgemeine Reiseinformationen für Reisen nach
Peru / Dept. Amazonas

Chachapoyas (Stadt)
Chachapoyas liegt in einer Höhe von 2300 m und ist die Hauptstadt des Departamento Amazonas. Sie zählt etwa 30.000 Einwohner. Es ist eine hübsche Kleinstadt mit kolonialen Gebäuden und wurde bereits 1538 von dem spanischen Konquistador Alonso de Alvarado gegründet. Zu erreichen ist Chachapoyas am Besten

per Bus von Chiclayo (Flughafen) oder Tarapoto (Flughafen).
Im Umkreis von 100 km gibt es zahlreiche Ausgrabungsstätten wie die Festung Kuélap, die Grabstätten Karajia, Pueblo de los Muertos, Revash, die Chachapoyadörfer Yálape und Macro, sowie das Museum in Leymebamba besucht werden. Dies ist als Tagesausflug oder im Rahmen von 3 bis 6-tägigen Trekkingtouren möglich. Die Laguna de los Condores besucht man am besten von Leymebamba aus.

Chachapoya (Kultur)
Die Herkunft der Chachapoya (Wolkenmenschen) ist unbekannt, der Name stammt wahrscheinlich von den Inka. Es wird angenommen, dass das Volk der Chachapoya aus Kolumbien etwa im 7. Jh. in den Nordosten Perus eindrang und Fürstentümer gründete. Alle Siedlungen der Chachapoya liegen in Höhen zwischen 2800 und 3.400 m. So auch Yálape. Diese Siedlung wird noch fast vollständig von Bäumen und Gestrüpp überwuchert. Die Ausgrabungs- und Restaurierungsarbeiten haben gerade erst begonnen. Ihre Häuser bestanden größtenteils aus runden Gebäuden, die bis zu 12 m Durchmesser haben konnten. Einige wenige Gebäude weisen Verzierungen wie Rauten und Rhomben an den Wänden auf. Zickzacklinien symbolisieren Schlangen und die Rhomben den Jaguar.

Links:
Übernachtungsempfehlung in Chachapoyas: Casa Vieja
Reisebericht: Eine Busfahrt in den unbekannten Norden Perus
Weitere Informationen: Museum Leymebamba

Festung Kuelap
Kuélap
Die Festung Kuélap liegt 70 km von Chachapoyas entfernt. Die Fahrt führt etwa 2 Std. auf passabler Schotterpiste durch das fruchtbare Tal des Utcubamba. Danach geht es auf einer weniger guten Piste hinauf in die Berge. Wir benötigen weitere 2 Std. um unser Ziel zu erreichen.
1843 wurde sie von einem Pilzsammler entdeckt und ließ danach Archäologen aus der ganzen Welt zusammenkommen. Man begann, die Ruinen vom Urwald zu befreien und zum Vorschein kam die 1,5 km lange Außenmauer dieser riesigen Festungsanlage. Auf einem alles beherrschenden Felsplateau thront die Zitadelle in 3.000 m Höhe. Von einer bis zu 20 m hohen Mauer umgeben nimmt die Festung das gesamte Plateau ein. Die Außenmauer besteht aus bis zu drei Tonnen schweren Kalksteinblöcken. Nur drei Eingänge gibt es in der Mauer. Es sind 60 m lange Gassen, die sich konisch verengen und nur jeweils einem Endringenden den Zugang gestatten.
Über drei Stufen erheben sich insgesamt 420 Rundbauten innerhalb des 6 ha großen Areals. Es gibt verschiedene Plattformen, die auf eine Unterteilung in Unter- und Oberstadt schließen lassen. In der Oberstadt lebten vermutlich die Würdenträger mit ihren Familien. Die Rundbauten hatten allesamt Stroh- bzw. Schilfdächer. Wir sind auf den sog. Torreón geklettert. Ein sieben m hoher, auf einer Felsnadel balancierender runder Wehrturm. 2500 Geschosse für Steinschleudern fand man in seinen Arsenalen. Schon Tage im Voraus konnten Feinde gesichtet werden. Durch Signalsysteme mit den Festungen auf umliegenden Bergspitzen konnten sich die Chachapoya verständigen.
Die Chachapoya wurden zwar gegen 1470 von den Inka unterworfen, doch Kuélap wurde nie eingenommen. Die Spanier fanden die Festung erst gar nicht. In einem anderen Rundturm wurden Knochen von Pumas, Schlangen und Menschen gefunden. Was hier passiert ist, weiß nach wie vor niemand zu sagen: War es ein Verließ für Übeltäter oder wurden diese Geschöpfe den Göttern geopfert? An einem einzigen Stein dieses Rundturms gibt es ein Gesicht. Es ist einmalig in Kuélap.
Revash

Begräbnisstätten der Chachapoya
Karajia: Karajia, eine Grabstätte der Chachapoya hoch über dem Jucusbamba-Tal, ist vom Dorf Trita aus zu Fuß zu erreichen. Hoch oben in der Felswand stehen die purum machu – die Ahnen. Lange waren diese Figuren in Vergessenheit geraten, erst 1987 wurden sie wieder entdeckt und vor wenigen Jahren für die Öffentlichkeit zum Besuch freigegeben. Die Figuren erreichen über 2 m Höhe, sind innen hohl und aus einer Mischung von Ton,

Stroh und Kieseln über einem Holzgerüst gefertigt. In einer birnenförmigen Kammer bergen sie jeweils eine in ein Hirschfell gehüllte hockende Mumie. Manche der Statuen tragen auf ihrem helmgekrönten Haupt einen als Tierschädel ausgebildeten zweiten Kopf. Mit ihren längsovalen flachen Gesichtern und den kantigen Nasen kommt uns schon wieder die Erinnerung an die Osterinsel: Die steinernen moais haben ganz ähnliche Gesichter.

Pueblo de los Muertos: Pueblo de los Muertos – das Dorf der Verstorbenen. In diesen Häusern wurden ebenfalls die Toten beerdigt, jedoch nicht einzeln wie in Karajia, sondern immer mehrere Personen. Die Toten wurden sorgfältig in Wolle- oder Baumwolltextilien gewickelt. Sie erhielten als Grabbeigabe Dinge des täglichen Lebens: Tongefäße und Waffen. Warum wurden manche Verstorbene einzeln bestattet und andere sozusagen in Massengräbern? Heute ist bekannt, dass die Chachapoya nicht durch die Inka oder die Spanier ausgerottet wurden, sondern die von den Europäern eingeschleppten Krankheiten ließen sie in Massen sterben. Daher konnten die Menschen nicht mehr einzeln bestattet werden, sondern wurden, vielleicht familienweise in Häusern beigesetzt.

Revash: Anders als in Pueblo de los Muertos stehen hier noch vollständige und noch dazu bemalte Grabhäuser. Die Farben sind Originale. Wir lassen unsere Rucksäcke am Fuß der Felsnische liegen, dort oben wären sie nur hinderlich. Wer die Grabbauten näher besichtigen möchte, muss trittsicher und schwindelfrei sein, denn der Pfad ist schmal und direkt am Abgrund. Auf allen vieren hangeln wir unter einem Überhang drunter her, leider ist auch ausgerechnet an dieser Stelle der Weg ausgesetzt, also nichts für schwache Nerven. Doch die Mühe lohnt sich. Die meist viereckigen, auf gleicher Ebene aneinander gereihten Lehmkonstruktionen werden von T- oder kreuzförmigen Öffnungen unterbrochen. Teilweise tragen sie ein Satteldach. In ihrem rot- und ockerfarbenen Dekor fallen Lama-Silhouetten auf – vielleicht ein Hinweis auf die Herkunft der Revash-Menschen oder ein Indiz für die Handelswege. Warum wurden die Toten an so unzugänglichen Plätzen bestattet? Eine Frage – viele mögliche Antworten. Hier hatten sie Ruhe. Für Grabräuber war es schwierig diese Stellen zu erreichen. Die Nischen boten Schutz vor den heftigen und vor allem großen Niederschlagsmengen, die hier, im andinen Bergregenwald niedergehen. Von hier oben hatten die Toten die Lebenden im Blick und konnten sie beschützen. Die Chachapoya hinterließen keine schriftlichen Aufzeichnungen und so stützen sich alle Erkenntnisse der Archäologen auf die gefundenen Grabbeigaben. Doch auch in Revash waren die Grabräuber vor den Archäologen vor Ort und so bleiben auch hier wie im ganzen Norden Perus nur wenige Antworten auf viele Fragen.