Allgemeine Reiseinformationen für Reisen nach Ladakh
Anreise
Eine Weisheit sagt: Nach Ladakh kommen nur ganz liebe Freunde oder schlimme Feinde.
Der schnellste Weg ist natürlich mit dem Flugzeug; die Flugzeit von
Delhi nach Leh dauert nur 1 Std. 5 Min. Da Leh auf einer Höhe von
3.500 m liegt kann es jedoch in den ersten Tagen zu gesundheitlichen Problemen
wie Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schlaf- und Appetitlosigkeit
kommen. Der Körper
muss sich erst an die Höhe und die damit verbundene sauerstoffärmere
Luft gewöhnen.
Von Manali nach Leh:
Die Anreise auf dem Landweg dauert ca. 2-3 Tage. Von Delhi nach Manali
gibt es täglich mehrere Busverbindungen. Manali ist eine sympathische
Stadt in 1.900 m Höhe mit angenehmem Klima. Die bewaldete Landschaft
bietet sich an für
Tageswanderungen. Die Weiterfahrt über mehrere hohe Pässe ist nur in
den Sommermonaten möglich und dauert zwei Tage. Es empfiehlt sich jedoch
zusätzlich eine Übernachtung in Keylong zur besseren Akklimatisierung.
Weitere Infos: Reisebericht
Von Srinagar nach Leh:
Kaschmir, insbesondere Srinagar erlebt seit 1989 einen Bürgerkrieg
zwischen moslemischen Separatisten, die den Anschluss Kaschmirs an Pakistan
erzwingen wollen, und der indischen Armee. Die 434 km lange Straße
von Srinagar über
Kargil nach Leh kann während der Sommermonate zwischen Juni und Oktober
befahren werden. 1962 erbaut, führt sie über mehrere bis zu 4.ooo m
hohe Pässe, durch Schluchten und trockene Steinebenen. Die Passstraße
von Srinagar über den Zoji-La nach Leh ist landschaftlich phantastisch.
Die Strecke ist in 2 Tagen, mit Übernachtung in Kargil, zu bewältigen.
Allerdings sollte man sich auf jeden Fall vor der Reise über die politische
Situation in Kaschmir erkundigen.
Buttertee
Buttertee ist das Nationalgetränk der Ladakhi. Die Grundlage bildet
frisch gekochter schwarzer Tee, ein gutes Stück Butter, Salz und Milch.
Erzeugnisse
Gerste, Erbsen, Kartoffeln, Aprikosen, Äpfel, Walnüsse. Jede
Familie besitzt durchschnittlich 3 ha Land.
Geschichte
Die gesamte Himalayaregion war von Nomadenstämmen der tibetisch-mongolischen
Rasse besiedelt, die mit ihren Herden durch das Land zogen. Als erste Einwanderer
kamen im 3. oder 2. Jh. v. Chr. die Jäger und Hirten der Mon aus Nordindien.
Sie brachten auch den Buddhismus nach Ladakh. Kurz darauf kamen die Indoarischen
Darden aus der mohammedanischen Region Hunza in den Westhimalaya. Im Laufe der
Zeit vermischten sich die Darden mit den tibetischen Nomadenstämmen zur
heutigen Volksgruppe der Ladakhis. Sie kultivierten das Industal und entwickelten
die Technik des noch heute gebräuchlichen komplizierten Bewässerungssystems.
Die Zeit der Könige begann Anfang des 10. Jh und dauerte etwa 1000 Jahre.
Der erste König von Ladakh Nyimagon war ein Enkel des tibetischen
Königs Langdarma. Langdarma galt als vehementer Anhänger der
Bon-Religion. Er ließ nach seiner Machtübernahme die buddhistischen
Klöster systematisch zerstören bis er von einem buddhistischen Mönch
ermordet wurde. Seine Nachfahren wurden vertrieben und wanderten nach Westtibet
aus. Hier eroberte der o.g. Nyimagon das gesamte Ngarireich und teilte
das Erbe um 970 auf seine drei Söhne auf. Die Nachfahren des jüngsten
Sohnes Detsug Gon waren eifrige Förderer des Buddhismus. Es entstanden
mehr als 100 Klöster und entwickelten sich zu blühenden Kulturzentren.
Im Laufe des 13. Jhs. gerieten Nordindien und Kaschmir zunehmend unter islamischen
Einfluss. Da die berühmten Klosterschulen in Kaschmir geschlossen wurden,
wurden die ladakhischen Mönche nun an den Klosteruniversitäten in Tibet
ausgebildet. Familienstreitigkeiten führten dazu, dass das bislang stabile
ladakhische Königsterritorium zwischen zwei Brüdern in die Linien von
Basgo und Shey aufgeteilt wurde. Im Jahr 1470 vereinigte König Lhachen
Bhagan das Königreich Ladakh wieder endgültig. Unfähige Könige
und Streitigkeiten um die Herrschaft lähmten das Land zwischen 1680 und
1780. Der letzte König Tsepal Namgyal war jedoch mehr am süßen
Nichtstun, seinen drei Frauen und an der Überwachung der Bauarbeiten am
neuen Palast von Stok als an der Politik interessiert. So wurde Ladakh leichte
Beute für die Dogra-Angreifer, die mit 10.000 Kriegern aus Nordindien heraufzogen
und 1834 Ladakh besiegten. Die an den himalayischen Wirren desinteressierten
Engländer beauftragten 1842 General Cunningham mit den Dogras und
den Tibetern die indisch-tibetische Grenze festzulegen. Nach den Bestimmungen
des im selben Jahr abgeschlossenen Vertrages wurde Ladakh den Maharaja von Jammu-Kaschmir
zugesprochen. 1947, mit der Unabhängikeit Indiens, wurde Ladakh in die Auseinandersetzungen
zwischen Indien und Pakistan verwickelt, da beide Länder Ladakh für
sich beanspruchten. Die Vereinten Nationen entschieden daraufhin, dass überwiegend
moslemische Teile wie Baltistan, Gilgit und Hunza Pakistan zugesprochen wurden.
Die Bezirke des heutigen Ladakhs gingen an Indien. An der 1948 festgelegten Demarkationslinie
ist bis heute keine Ruhe eingekehrt. Daher sind heutzutage etwa 30.000 indische
Soldaten in Ladakh stationiert, das entspricht einen Viertel der Gesamtbevölkerung!
China annektierte 1952 Tibet und baute Ende der 50er Jahre eine Straße
durch das menschenleere, aber zu Indien gehörende Aksai-Chin-Gebiet. Mit
dieser Straße stellte China einen Verbindungsweg zwischen der Provinz Sinkian
und dem besetzten Tibet her. 1962 griff Indien China an mit dem Ziel, die Chinesen über
die McMahon-Linie zurückzuwerfen, doch der chinesische Gegenschlag war stärker.
Die Kämpfe kosteten mehr als 2000 indischen Soldaten das Leben. Die Chinesen
zogen sich zwar zurück, eine vertragliche Lösung steht bis heute aus.
Seitdem ist die ladakhisch-tibetische Grenze geschlossen.
Geografische Lage
Das ehemalige Königreich Ladakh liegt im Norden Indiens an der Grenze
zu Tibet / China. Ladakh ist die größte Provinz des indischen
Bundesstaates Jammu und Kaschmir. Die besiedelten Täler liegen auf
einer durchschnittlichen Höhe von 3.500 m. Die Landschaft ist von
hohen kahlen Bergketten, zerklüfteten
Tälern und ein paar Flüssen (u.a. Indus und Zanskar) geprägt.
Ladakh ist mit einer Fläche von 96.000 Quadratkilometern etwa so groß wie
Bayern und Hessen zusammen. Zieht man davon die zwar zu Ladakh gehörenden,
aber von China unrechtmäßig besetzten 38.000 Quadratkilometer des
Aksai-Chin-Gebietes ab, bleibt nur die Größe von Bayern übrig.
Klima / Reisezeit
Ladakh liegt in einer kontinentalen Hochgebirgswüste. Mit einer durchschnittlichen
Niederschlagsmenge von 120 mm / Jahr fällt nur etwa so viel Regen wie in
der Sahara. Im Sommer (Juni bis August) steigt das Thermometer tagsüber
bis auf 35° C, im Winter (Dezember bis Februar) treten Temperaturen von bis
zu -35°C auf. Nachts wird es auch im Sommer kühl.
Perak
Der Perak ist eine Kopfbedeckung. Ein langer Lederstreifen, der am
Kopf beginnt und über den Nacken auf den Rücken fällt. Er
ist über und über
mit Türkisen besetzt. An der Anzahl der Türkise wird der Reichtum einer
Familie abgelesen.
Polyandrie / Vielmännerei
Bis 1942 wurde in Ladakh die Polyandrie praktiziert, die Vielmännerei.
Sie war über die Jahrhunderte hinweg ein Hauptfaktor für die
relative Stabilität
der Bevölkerungsgröße Ladakhs. Oft heiratete eine Frau Brüder,
wobei sie mit dem ältesten Bruder gleich alle Brüder zu Männern
nahm. Somit gab es keine Probleme bei der Erbteilung. Alles blieb zusammen wenn
der Vater der Brüder starb, es gab keine Zerstückelung des Landes in
immer kleiner, unwirtschaftlich werdendere Parzellen. Wenn eine Frau mehrere
Männer heiratet sind außerdem weniger Kinder zu erwarten als wenn
jede Frau einen Mann heiratet.
Unterkünfte
Das größte Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten gibt
es in Leh: von der einfachen Herberge (Guest House) bis zum Hotel. In den
kleineren Orten existieren oft nur einfache Herbergen und manchmal die
Möglichkeit
im Kloster zu übernachten. Wo es keine Guest Houses gibt, besteht die Möglichkeit
in Privathäusern unterzukommen. In diesem dünn besiedelten Land war
es seit jeher ganz normal, Durchreisenden abends eine Unterkunft zu gewähren.
Die Preise liegen zwischen 80 Rs und 1500 Rs.