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Denkt daran: Nichts ist von Dauer außer der Veränderung (Buddha)

 

Allgemeine Informationen zu Buddhismus/Lamaismus

Novizen in Lamayuru

Die Geschichte beginnt wie ein Märchen: Es war einmal ein verwöhnter Königssohn... Sein Name war Gautama Siddharta und er wurde als Sohn eines Herrschers im Vorhimalaya im Jahre 563 v. Chr. geboren. Es wuchs in Luxus auf, doch als junger Mann wurde er unzufrieden. Er sah zum ersten Mal einen Bettler und einen ausgemergelten blinden Alten und erkannte, dass die Welt voller Leiden war. Bald erkannte er eine Tatsache, die später die erste der vier edlen Wahrheiten Buddhas wurde: Leben ist vergänglich, tragisch und leidvoll. Selbst Glück, Vergnügen und

Fröhlichkeit sind Formen des Leidens, denn diese Gefühle sind zeitlich begrenzt und schlagen danach in Trauer um. Der Kern des Glücks ist ergo Leiden, weil es irgendwann zu Ende gehen wird. Im Alter von 29 Jahren beschloss Siddharta Mönch zu werden und verließ Frau und Kinder. Bettelnd zog er durch das Land und praktizierte strenge Yoga- und Askeseübungen. Unter einem Bodhi Baum erlangte er schließlich die Erleuchtung und wurde zu einem Erwachten (Buddha). Unter dem Bodhi Baum erkannte Buddha drei weitere Wahrheiten: Das besagte Leiden entsteht durch drei Grundübel: Gier, Hass und Unwissenheit (Verblendung) über die Vergänglichkeit. Die Dritte Wahrheit lautet: Wenn diese Grundübel aufgehoben werden, endet auch das Leiden. Mit der vierten Wahrheit zeigte Buddha den Weg zur Befreiung: Den edlen achtfachen Pfad der strengen Selbstdisziplin. Er besteht aus rechtem Handeln und Meditation. Letztes Ziel ist ein reiner körperloser Zustand, das Nirvana. Aus Gautama Siddharta wurde der historische Buddha Shakyamuni.
Aus Buddhas Belehrungen haben sich verschiedene Wege / Schulen entwickelt: Der Teravada-Buddhismus (Kleines Fahrzeug), der Mahayana Buddhismus (Großes Fahrzeug) des Varayana (Diamantenes Fahrzeug) und Zen-Buddhismus. Der Buddhismus des diamantenen Fahrzeugs wie er in Tibet, Buthan und Ladakh praktiziert wird, wird auch als Lamaismus bezeichnet. Im Lamaismus gibt es verschiedene Lehrmeinungen, die durch die unterschiedliche Auslegung der Tantrasysteme entstanden sind. Die Mönche des strengen Gelbmützenordens dürfen z. B. nicht heiraten. Die Rotmützen hingegen heiraten und wohnen zum Teil bei ihren Familien. Es ist in Ladakh noch weitgehend üblich, dass mindestens ein Sohn einer Familie mit etwa 7 Jahren ins Kloster eintritt. Frühestens mit 20 Jahren kann ein Novize voll ordinierter Mönch werden. Einige widmen sich dann dem Studium der heiligen Schriften, die meisten jedoch verrichten verschiedene Arbeiten als Handwerker, Köche, Lagerverwalter und ähnliches.

Gebetsfahnen
Gebetsfahnen
Mit heiligen Versen (Mantras) Om Mani Padme Hum beschriebene Stofffähnchen und oft mit einem Windpferd bedruckt. Auf Hausdächern und Tempeln aufgehängt, soll dieses Pferd die Gebete von dort in Windeseile in alle Welt verbreiten und schließlich zu den Göttern tragen.
 
Gebetstrommel in Hemis
Gebetstrommeln / Gebetsmühlen
Gebetstrommeln enthalten das heilige Mantra "Om mani Padme hum". Das bedeutet soviel wie "oh du mein Kleinod in der Lotosblüte", oder "oh Buddha im ewig wiederkehrenden Kosmos". Mantras sind Verse aus der heiligen Schrift, die in Form von Gebeten litaneiartig wiederholt werden. Durch Drehen dieser Gebetsmühlen werden die Gebete in den Äther hinausgetragen. Das Rezitieren von Mantras ist eigentlich nur Eingeweihten vorbe-
halten, die dies lange Zeit studiert haben. Wird nämlich ein Mantra falsch rezitiert, bleibt die magische Wirkung aus. DieGebetsmühle ist also lediglich eine Hilfe für die Nichteingeweihten, einfachen Gläubigen der Erlösung vom Leid ein Stück näher zu kommen.

Manistein
Manisteine / Manimauern
Manimauern werden langgezogene, bis zu 10 m breite und bis etwa 1,5 m hohe Steinwälle genannt, die meistens als Votivgabe im Auftrag der ladakhischen Könige an den Zugangswegen zu den Klöstern errichtet wurden. Nur die in Dachform beidseitig sanft abgeschrägte Oberfläche ist eng mit den eigentlichen Manisteinen belegt: Steinen, in die mit tibetischen Schriftzeichen
das berühmte Mantra des Bodhisattva Avalokiteshvara Om mani Padme hum eingemeißelt sind. Manimauern werden stets mit der rechten Körperhälfte zur Mauer passiert.

Maytreya Buddha, Likir
Maitreya Buddha
Maitreya ist der Buddha des kommenden Weltzeitalters. (siehe Kloster Likir) Die Schriften besagen, dass in ferner Zukunft die Menschen geistig so dekadent sind, dass sie nur 10 Jahre alt werden und klein sind wie ein Daumen. Dann wird Maitreya vom Himmel herabsteigen und diese Menschen haushoch überragen, weil er nach den buddhistischen Tugenden lebt. Die Menschen
werden erst wieder wachsen, wenn auch sie nach den Prinzipien der Ethik leben.
Padmasambhava
Der größte Tantriker seiner Zeit (8.Jh.) Mit allen magischen Praktiken befähigt, besiegte er, den Legenden zufolge, böse Bon-Geister, die damals das Land plagten. Da die Ladakhis Althergebrachtes nicht gern aufgeben, gerieten diese Dämonen nicht einfach in Vergessenheit. Vielmehr wurden sie zu Anhängern der buddhistischen Lehre und schließlich zu ihren machtvollen
Beschützern umfunktioniert. Damit war die erste Integration der alten Bon-Religion in den Buddhismus vollzogen. So dienen z.B. die aufgestellten langen Lanzen der Geister und Dämonenabwehr. Auch ein imposanter Dreizack, häufig auf den Dächern der Klöster zu finden, dient zur Abwehr Unheil bringender Dämonen. Durch weiße Farbe sollen wohlwollende Geister zur Einkehr animiert werden.

Rad der Lehre
Rad der Lehre
In jedem buddhistischen Kloster findet man dieses Symbol. Es gibt viele Deutungen für die Symbolik des Rades, eine davon sagt: Die Mitte steht für die ethische Disziplin, d.h. jeder muss sich an die buddhistische Weltanschauung wenden; die acht Speichen stehen für den achtfachen Pfad; die Felge steht für Konzentration, die für die Meditation notwendig ist. Die Form des
Rades wurde gewählt weil die Lehre nicht mit dem Tod eines Menschen endet sondern sich weiter verbreiten wird. Das Rad wird flankiert von zwei Gazellen, denn seine erste Predigt hielt Gautama Buddha im Wildpark von Saranath.

Rad des Lebens
Rad des Lebens
Das Rad wird von einem zähnefletschenden Ungeheuer in den Klauen gehalten, das verschieden interpretiert wird. Am häufigsten wird es als Yama (Totengott) gedeutet, es finden sich aber auch Beschreibungen als Mara (Versucher Buddhas) oder als männlichen oder weiblichen Riesen (Rakshasa/Rakshasi, tib.: Srinpo/Srinmo). In der Mitte des Rades bewegen sich drei Tiere: ein Schwein, eine Schlange und ein Hahn. jedes von Ihnen beißt
in den Schwanz des vorangehenden, so dass sie zu einer geschlossenen Kette verbunden sind. Die Kraft, die ein Rad antreibt, setzt an seiner Nabe an. Die drei Tiere sind Sinnbilder jener Kräfte, die das Rad des Lebens treiben. Diese Kräfte werden in der buddhistischen Überlieferung auch "Die Drei Unheilsamen Wurzeln" genannt, weil aus Ihnen alles Elend des Lebens wächst. Sie werden auch "Die Drei Gifte" genant, denn sie verderben uns von innen. Der Hahn steht für Gier, die Schlange für Hass und das Schwein für Verblendung. Es gibt auch Interpretationen, bei denen die Gier durch die Wollust und der Hass durch den Neid ersetzt werden. In diesen drei Geisteshaltungen wurzeln alle Knechtschaft und alles Leiden der Menschen. Um diesen zentralen Kreis herum legt sich der zweite Ring in Form eines schmalen Bandes, das senkrecht in zwei Abschnitte unterteilt ist, einen schwarzen (rechts) und einen weißen (links). In dem schwarzen sieht man, wie aneinander gefesselte Lebewesen von einem Dämon in die Tiefe gezogen werden. Der weiße Abschnitt zeigt dagegen Menschen, die aufgrund verdienstvollen Handelns z.B. Meditation, Mildtätigkeit, Verehrung des Buddha, mit freudigen Mienen in hellere Bereiche des Daseins zuschreiten. Diese gegensätzliche Bewegung hält das Rad in Bewegung. Der nächste, dritte Ring nimmt nahezu die Hälfte des Rades ein. Zwischen den Speichen sind sechs Bereiche des Lebens dargestellt, in denen eine Wiedergeburt erfolgen kann. Die oberen drei stehen für die positiven, die unteren drei für die negativen Möglichkeiten einer Wiedergeburt.
Tschörten vor Lamayuru
Tschörten
Tschörten stellen das Sinnbild des buddhistischen Kosmos dar. (In anderen Regionen, z. B. Nepal werden sie auch als Stupa bezeichnet) Sie enthalten Reliquien, Asche, Leichenteile und persönliche Gebrauchsgegenstände großer heiliger Lamas. Der Unterbau symbolisiert die Erde. Die 4 Stufen darüber stehen für die 4 Grundlagen des Bewusstseins, die 4 Entsagungen, die 4
Wunderkräfte und die 4 Tugenden eines Erleuchteten. Der gewölbte Mittelteil symbolisiert den Urozean und die Allgegenwart des Urbuddha. Die Spitze mit 7 bis 13 Ringen versinnbildlicht verschiedene Erleuchtungsstufen eines Buddha und symbolisiert gleichzeitig das Feuer. Der Schirm steht für die Luft und soll vor allem Übel bewahren. Sonne und Mond stehen für die Vereinigung der Polaritäten. Aus dieser Vereinigung entsteht die Nada-Flamme der höchsten Erkenntnis