Galapagos: Tipps für Individualreisende
Noch gibt es wenige Touristen, die den Galapagos Archipel auf eigene Faust bereisen. Nach wie vor die beste Möglichkeit viel und von Menschen unbewohnte Inseln kennen zu lernen, ist die organisierte und geführte 4-, 5-, 8- oder gar 14-tägige Kreuzfahrt. Die Kreuzfahrt kann vor Ort in Quito, Guayaquil oder Puerto Ayora/Santa Cruz gebucht werden, es kann jedoch sein, dass man eine Woche oder länger auf einen freien Kabinenplatz warten muss. Wer diese Zeit nicht hat, sollte schon in Deutschland buchen. Ich habe dies über Papaya Tours gemacht und war überaus zufrieden. Wem eine Kreuzfahrt zu teuer und zu reglementiert ist, hat die Möglichkeit einige Inseln auf eigene Faust zu besuchen. Die Gebühr von 100 $ für den Nationalpark muss in jedem Fall bei der Ankunft am Flughafen in bar entrichtet werden. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es auf Santa Cruz, Isabela, San Cristóbal und Floreana.
Transport: Von Guayaquil und Quito fliegt AeroGal und TAME nach Balta dem Hauptflughafen des Galapagos-Archipels. Von hier fährt man mit dem Bus zur Fähre und weiter mit dem Linienbus nach Pueto Ayora, dem Hauptort auf Santa Cruz (ca 1,5 Std). 1 x täglich fliegt EMETEBE (Hauptbüro in San Cristóbal: Telefax 593 52 520 615) mit einer 7-sitzigen Maschine in 30 Minuten nach Isabela und bei Bedarf auch nach San Cristobal. Alternativ gibt es von Puerto Ayora aus 1 x täglich eine Lancha nach Isabela, doch Vorsicht: Das Meer kann sehr rau sein.
Santa Cruz
Der Hauptort Puerto Ayora ist
schon sehr touristisch mit guter Infrastruktur. Von hier werden sowohl
Tagesausflüge als auch mehrtägige Kreuzfahrten zu den umliegenden
Inseln angeboten. Ebenfalls angeboten werden Tauch- und Schnorcheltouren.
Ausflüge: Samstags ist Gemüse- und Fischmarkt,
man sollte jedoch früh hingehen, gegen 11 Uhr ist alles vorbei.
Gut zu Fuß zu
erreichen ist die Charles Darwin Forschungsstation (Schildkrötenaufzucht).
Montags, mittwochs und freitags morgens wird "Lonesome George" gefüttert,
die beste Gelegenheit den einzigen Überlebenden der Insel Pinta zu Gesicht
zu bekommen. Die Bahia Tortuga (45 Min, ein Weg) bietet neben guten
Surf- und Bademöglichkeiten an einem schneeweißen
Strand gute Gelegenheit Meerechsen, Pelikane und Lavareiher zu beobachten.
Mit dem Wassertaxi und
zu Fuß erreicht man Las Grietas, eine tiefe Schlucht mit türkisfarbigen
Meerwasser. Eine schöne Wanderung führt mit dem Taxi bis Bellavista
und von dort zu Fuß zum Cerro Crocker, dem höchten Berg
der Insel (2-3 Std., ein Weg). Wer Trekkingstöcke hat, sollte diese
mitnehmen, das letzte Stück bis zum Gipfel ist extrem steil. Lohnenswert
ist der Ausflug mit dem Taxi ins Hochland zu Los Gemelos (zwei riesigen
Calderen) mit der besten Gelegenheit den Rubintyrann zu beobachten. In La
Caseta/El Chato,
dem 1964 geschaffenen Reservat für Riesenschildkröten, besteht
die Möglichkeit
Riesenschildkröten in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.
Einer der größten begehbaren Lavatunnel (900 m lang)
liegt in der Nähe von Bellavista, die eigene Taschenlampe sollte mitgenommen
werden. Täglich
gegen 16.30/17 Uhr (außer samstags) versammeln sich etliche Männer
am Sportsplatz am Hafen um Volleyball oder Karten zu spielen.
Essen:
Preiswerte und gute Hausmannskost erhält man in der Calle de Los Kioskos.
Hier gibt es auch den besten frisch gepressten "jugo" (Saft) ohne
Zusatz von Wasser. In der Avenida Charles Darwin (der Haupt-Touristen-Meile)
sitzt man zwar netter, der jugo ist jedoch bis zu doppelt so teuer und zum
Teil mit Wasser verlängert. Nettes Ambiente, Büchertausch, Livemusik
und Fotoausstellungen bietet das Cafe
Cultural .
Isabela
Der Hauptort Puerto Villamil zählt gerade mal 1000 Einwohner.
Die Straßen
sind noch ungeteert und nach drei Tagen ist der Individualtourist im
ganzen Ort bekannt. Eine schöne Unterkunft ist das Ballena
Azul (unter schweizer Leitung, vorreservieren) mit idyllischem Garten und
El Cormorant, eine kleine Pension mit Kochgelegenheit direkt am Strand.
Ausflüge: Zu
Fuß
am drei Kilometer langen, weißen Strand entlang. Gute Surf- und Bademöglichkeiten.
Nach vier Kilometern die Playa del Amor, hier nisten Hunderte
von Meerechsen. 8 km von Ortskern entfernt liegt die Muro de las Lágrimas (Mauer
der Tränen), eine von Strafgefangenen in den 50er Jahren errichtete
150 m lange, 10 m hohe Mauer aus Lavagestein mitten in der Wildnis. Auf
dem Weg zurück von der Muro de las Lágrimas, lohnt der Abstecher
auf den Mirador und El
Estero, eine malerische Lagune, beschattet von Mangroven. Zusammen
mit den Meerechsen kann man hier ins Meer hinaus schwimmen. Ebenfalls zu
Fuß durch herrlichen Mangrovenwald und vorbei an einigen Salzwasserlagunen
(mit Flamingos) führt der Weg zur Schildkrötenaufzuchtstation.
Ca. 2 km vom Ortskern befindet sich die Lagune Perla de Concha,
sie bietet ideale Schnorchelmöglichkeiten. Zum Sierra
Negra (einem der fünf Vulkane) werden Touren angeboten. Zunächst
geht es mit dem Pick-up ins 18 km entfernte Örtchen Santo Tomas. Hier
steigt man auf Pferde um, das letzte Stück am Kraterrand
entlang geht man zu Fuß. Eine weitere Tour (1/2 Tag) wird per Boot
angeboten zu Las Tintoreras. Hier können Haie, Rochen, Meerechesen,
Seehunde, Blaufußtölpel,
Pinguine und Fregattvögel beobachtet werden.
Essen:
Gute und preiswerte Menüs
bietet The Route, sonntags wird gegrillt.
Ausführliche Website (engl. und span.): Turimo
Isabela
Floreana
Im Hauptort Puerto Velasco Ibarra unterhalten Frau Wittmer und
ihre Nachkommen eine kleine Pension. Möglichkeit zum Cerro Pajas
(640 m) zu wandern.
San Cristóbal
Die größte Siedlung Puerto Baquerizo Moreno ist heute Hauptstadt der
Provinz Galápagos und ihr größter Fischereihafen. Es besteht die Möglichkeit
mit TAME von Quito aus direkt nach San Cristóbal zu fliegen (2 x pro
Woche).
Ausflüge: Kleine Wanderung zum Frigatebird Hill, gute Möglichkeit Fregattvögel zu beobachten, schöner Aussichtspunkt. Nicht weit vom Ortskern liegt das Interpretation Center. Der Besuch lohnt sich, hier bekommt man einen guten Eindruck über die Entstehung der Inseln, Flora und Fauna und natürlich den Naturschutz. El Junco (Hochlandkrater) erreicht man per Bus oder Anhalter (19 km). Gute Möglichkeiten Seelöwen und Blaufußtölpel zu beobachten bietet der Ausflug per Boot zur Isla Lobos.