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Galapagos: Fauna (Auszug)

Albatros
Der Galápagos - Albatros ist mit einer Fluegelspannweite von mehr als zwei Metern der groesste Vogel des Archipels. Er ist ein ausgezeichneter Flieger und ernaehrt sich hauptsaechlich von Fischen und Krebsen. Der Balztanz der Albatrosse kann mehrere Stunden dauern. Haben sich die Partner einmal fuereinander entschieden bleiben sie fuer den Rest ihres Lebens zusammen. Das einzige Ei wird zwischen die Steine auf den Boden gelegt und von den Eltern abwechselnd bebruetet.

Blaufußtölpel
Tölpel sind gute Flieger. Mit Vorliebe fischen sie in der Naehe der Kueste in kleinen Gruppen. Haben sie etwas lohnendes entdeckt stuerzen sie sich mit grosser Geschwindigkeit senkrecht hinab ins Wasser. Erst beim Auftauchen greifen sie den Fisch. Den Balztanz beginnt das Maennchen zunaechst mit hoeflichen Verbeugungen und hebt abwechselnd einen himmelblauen Fuss nach dem anderen hoch, wobei die Unterseiten der Fuesse auf das Weibchen weisen. Ist das Weibchen einverstanden, faellt es nach und nach in den gleichen Rhythmus ein. Auffallend ist vor allem das sog. zum Himmel Richten, bei dem das Maennchen Hals und Schnabel kerzengerade in die Luft streckt und die halbgespreizten Fluegel nach vorn verdreht. So ein Tanz kann sich ueber Stunden hinziehen, bis es endlich zur Sache geht. Einmal verpaarte Toelpel halten sich ein Leben lang die Treue. Die Weibchen legen 2?3 Eier, aber je nach Futterlage wird unter Umstaenden nur ein Junges gross.

Galapagos-Bussard
Der Galápagos - Bussard ist einer der wenigen Greife des Archipels. Seine Population wird auf 130 Paare geschaetzt. Er ernaehrt sich von Insekten, kleinen Voegeln, Echsen und Aas. Das Weibchen paart sich mit mehreren Maennchen, die sich gemeinsam an der Aufzucht der Jungen beteiligen.

Darwinfink
Er gibt 13 verschiedene Arten, die alle endemisch sind. Die Fortpflanzung erfolgt in der Regenzeit, wenn das Nahrungsangebot am groessten ist. Alle Arten bauen ein kugelfoermiges Nest aus Gras und Zweigen mit einem kleinen seitlichen Eingang auf Bueschen und Baeumen. Darin werden bis zu fuenf Eier gelegt. 1835 verbrachte der englische Naturforscher Charles Darwin fuenf Wochen auf den Galápagosinseln und sammelte eine Fuelle ungewoehnlicher wissenschaftlicher Daten, die wesentlich zur Entwicklung seiner aufsehenerregenden Evolutionslehre beitragen sollten. Er erkannte vor allem anhand der spaeter ihm zu Ehren benannten Darwinfinken und der Galápagos - Riesenschildkroeten, dass die Arten nicht unveraenderlich sind, sondern sich in Anpassung an die Lebensbedingungen umwandeln und aufspalten.

Fregattvogel
Fregattvoegel haben kein wasserabstossendes Gefieder, daher fischen sie nicht selbst, sondern haben sich darauf spezialisiert, den anderen Voegeln ihre Beute abzujagen. Ausserdem rauben sie gern deren Nester aus. Bei der Balz pustet das Maennchen seinen roten Kehlsack auf, um die Aufmerksamkeit eines vorbeifliegenden Weibchens auf sich zu ziehen. Zusaetzlich vibrieren die Voegel mit ihren Fluegeln und feuern maschinengewehrartig glucksende Laute in Richtung des Weibchens. Das Weibchen sucht sich dann den schoensten Mann aus. Das Brutgeschaeft ist bei den Fregattvoegeln Maennersache. 40?50 Tage wird das einzige Ei gebruetet, 4 ?5 Monate dauert es bis das Junge fluegge ist.

Gabelschwanzmöve
Die Gabelschwanzmoeve bruetet nur auf den Galápagos. Ihre Brutstellen liegen meistens offen auf nacktem Lavafels. Man hat festgestellt, dass sie nur nachts auf Futtersuche gehen, damit sie sich tagsueber dem Nachwuchs widmen koennen, den sie vor dem raeuberischen Fregattvogel schuetzen muessen. Allein ihre Anwesenheit genuegt, um den bedeutend groesseren Fregattvogel fernzuhalten.

Klippenkrabbe
Klippenkrabben gibt es auch an den Kuesten Suedamerikas, ihr Panzer ist dort jedoch schwarzgruen und nur waehrend der Paarungszeit faerben sich die Scheren rot. Dort haben sie viele Feinde, daher waere eine auffaellige Farbe toedlich. Auf Galápagos haben sie weniger Feinde, aber es gibt mehr Artgenossen also Konkurrenten, daher ist es wichtig den Rivalen auszustechen ? je roter desto besser. Klippenkrabben sind eigentlich Wassertiere, die durch Kiemen atmen, dass sie dennoch an Land leben koennen ermoeglicht ihnen ein einzigartiges Atmungsorgan, die Kiemenkammer. Ihr muss staendig sauerstoffreiches Wasser zugefuehrt werden, was eine Umwaelzpumpe gewaehrleistet. Das Wasser tritt an der Mundoeffnung aus, laeuft an der Bauchseite entlang, reichert sich dabei mit Sauerstoff aus der Luft an und tritt an den Beinansaetzen wieder in die Kiemenkammer ein. Ab und zu wird dann wieder Frischwasser getankt. Ganze Armeen von Klippenkrabben huepfen ueber die Felsen. Mit ihren pinzettengleichen Scheren zupfen und stochern sie zwischen den Algen herum und fuehren kleinste Nahrungspartikel zum Mund. Bei Flut laufen sie eilig zurueck zum hoeher gelegenen Ufer, denn schwimmen koennen sie nicht. Man hat festgestellt, dass jede Krabbe ihren eigenen Stein hat, der quasi ihr Zuhause ist. Dazu wurden einige Krabben markiert und ca. 500 m vom Fangplatz entfernt ausgesetzt. Nach 9 Tagen sass auch die letzte wieder auf ihrem Stein. Es wird angenommen, dass sie sich nach der Sonne orientieren.

Landleguan
Landleguane oder Drusenkoepfe leben einzeln, paarweise oder auch in kleinen Gruppen. Bis zu 1,20 m koennen sie lang werden. Stachelige Kaktusblaetter bekommen ihnen ebensogut wie zarte gruene Pflanzenblaetter. Den dicken Kakteenblaettern entnehmen sie die lebensnotwendige Feuchtigkeit, denn Suesswasser fehlt auf vielen Inseln. Die Fruechte sind ein Leckerbissen. Da sie ziemlich stachelig sind, rollen die Leguane sie so lange ueber die Steine, bis auch der letzte Stachel abgebrochen ist. Als Charles Darwin, die Galápagos Inseln besuchte wimmelte es in manchen Gebieten so von Leguanen, dass er Schwierigkeiten hatte, sein Zelt aufzubauen. Heute sind sie nur noch auf Fernandina zahlreich. Auf Santiago z.B. wurden sie durch eingeschleppte Ratten und verwilderte Schweine voellig ausgerottet. Waehrend der Paarungszeit liefern sich die Maennchen heftige Tournirkaempfe, die meist unblutig ausgehen. Nimmt der Gegner Demutsstellung an, laesst ihn der Sieger grosszuegig abziehen.

Lavaechse
Es gibt 14 Unterarten der Lavaechse, wobei die Espanola Art endemisch ist. Sie werden hier bis zu 30 cm lang. Das Lavaechsenweibchen ist kleiner und hat einen leuchtend roten Fleck an der Kehle. Maennchen und Weibchen haben ihre eigenen Territorien, die verteidigt werden muessen, wobei nur gleichgeschlechtliche Eindringlinge bekaempft werden.

Maskentölpel
Sie nisten gern am Rande von Klippen, da ihnen der Aufwind das Fliegen erleichtert. Der Maskentoelpel baut kein Nest, die zwei Eier werden direkt auf den Fels gelegt. Meist wird jedoch nur ein Junges gross gezogen, das Schwaechere stirbt.

Meerechse
Meerechsen sind wechselwarme Tiere, ihre Koerpertemperatur steigt und faellt mit der Umgebungstemperatur. Wenn die Ebbe kommt und sie genuegend Energie an Land getankt haben, machen sie sich auf Futtersuche auf dem Meeresgrund, wo sie Algenteppiche abweiden. Keine andere Echse der Welt ernaehrt sich aus dem Meer, noch dazu gehoeren sie zu den wenigen Tieren, die Meerwasser trinken koennen. Sie besitzen in der Nasenregion Druesen mit denen sie das ueberschuessige Salz wieder ausscheiden. Ein Maennchen, dass sich durch auffaellige Farben von anderen unterscheidet hat bei der Partnerwahl groessere Chancen und dadurch mehr Nachkommen. Zur Paarungszeit kaempfen die Maennchen um die besten und groessten Territorien, denn die Weibchen stehen nur auf starke Supermaenner. Auf diese Art und Weise ist gewaehrleistet, dass sich nur die Kraeftigsten vermehren koennen. Die Kaempfe sind jedoch mehr zeremonieller Art, die Tiere verletzen sich nicht gegenseitig. Durch heftiges Kopfnicken wird der Kampf eingeleitet, die Rivalen stehen sich hoch aufgerichtet gegenueber. Mit ihren Stirnen stossen sie zusammen und versuchen sich gegenseitig vom Platz zu druecken. Der Schwaechere gibt nach und zieht seines Weges. Anders sieht es bei den Weibchen aus: sie muessen tiefe Loecher in die Erde graben um dort ihre Eier abzulegen. Lockere Boeden sind daher sehr beliebt und wo diese Plaetze rar sind, bekaempfen sie sich oft bis zum Tod. Auch von ihnen koennen sich nur die Staerksten fortpflanzen.

Meeresschildkröte
Meeresschildkroeten kommen nachts an Land und graben tiefe Loecher in den Sand, um dort ihre Eier abzulegen. Geeignete Straende sind auch auf Galápagos rar und so kommt es vor, dass sich die Schildkroeten gegenseitig aus Versehen die Nester aufgraben. Wie bei den Landschildkroeten bruetet die Sonne die Eier aus, aber leider finden auch immer wieder gefraessige Feinde wie Schweine und Voegel die Nester und pluendern sie.

Pelzrobbe
Pelzrobben sind kleiner als die Seeloewen und stammen aus antarktischen Kuestengebieten. Jahrhundertelang wurden sie wegen ihres wertvollen, dichten Pelzes gejagt, darum findet man sie weit seltener als die Seeloewen. Ein Kapitaen ruehmte sich gar damit in nur 2 Monaten 5.000 Robben dahingeschlachtet zu haben. Heute hat sich die Population erholt - etwa 40.000 Tiere leben auf Galápagos. Um der Gefahr der Überhitzung zu entgehen, halten sich die Tiere meist an felsigen Kuesten auf, wo sie genuegend schattige Liegeplaetze zwischen den Lavabloecken finden. Zwischen den Weibchen kommt es haeufig zu Streitereien um die sichersten und schattigsten Liegeplaetze fuer sich und ihr Junge. Das Junge wird bis zu zwei Jahre von seiner Mutter gesaeugt. Dennoch kann das Weibchen bereits nach einem Jahr wiederum ein Junges gebaeren. Dieses muss aber meistens verhungern, da nur die kraeftigsten Weibchen in der Lage sind zwei Junge zu fuettern. Das zweite Junge stellt eine biologische Reserve dar, und wird nur aufgezogen, wenn das Erstgeborene stirbt.

Galapgos-Pinguin
Pinguine am Äquator, auch das gibt's auf Galápagos. Sie sind mit 33 cm Koerpergroesse die kleinste und noerdlichste aller Pinguinarten, und brueten nur wenn das Wasser kalt genug ist. Meistens stehen sie unter schattigen Lavavorspruengen um sich vor der Sonne zu schuetzen. Pinguine sind wendige Schwimmer und Taucher und ernaehren sich von kleinen Fischen und Krebsen. Zur Brutzeit legen die Weibchen ein bis zwei Eier in kleine Felshoehlen. Ein Elternteil passt staendig auf das Gelege auf waehrend der Partner auf Futtersuche ist.

Galapagos-Riesenschildkröte
Auf Galápagos hat man Tiere mit einem Gewicht von 300 kg und einer Panzerlaenge von 1,50 m gemessen. Ihr Hoechstalter wird auf 150 ? 200 Jahre geschaetzt. Die Robben? und Walfaenger, die auf Galápagos Halt machten, schaetzten die Schildkroete als Fleischlieferant. Sie bunkerten sie zu Hunderten, da sie sich bis zu einem Jahr hielten. Innerhalb von 80 Jahren schaffte es der Mensch mehr als 100.000 Schildkroeten niederzumetzeln. Heutzutage werden alle Eier in der Charles-Darwin-Station ausgebruetet. Erst wenn die Jungtiere drei Jahre alt sind werden sie wieder ausgesetzt, denn fuer die von Siedlern eingeschleppten und spaeter verwilderten Schweine sind Schildkroeteneier ein Leckerbissen. Sie pluendern fast jedes Nest. Schildkroeten legen ihre Eier in tiefe Loecher, die mit Sand bedeckt werden, das Ausbrueten erledigt die Sonne. Die riesigen Schildkroeten gehoeren zu den aeltesten noch auf der Erde lebenden Reptilien. Auf jeder Insel gibt es bzw. gab es eine charakteristische Art, die sich von der anderen isoliert im Laufe der Zeit voellig eigenstaendig entwickelt hat je nach ihrer Umgebung. Bei manchen Arten ist z.B. der Panzer oberhalb des langen Halses wie ein spanischer Pferdesattel hochgezogen, damit die Tiere besser die Blaetter der hohen Opuntien erreichen koennen. Andere wiederum haben einen abgerundeten Rueckenschild, der ein besseres Fortkommen im dichten Gebuesch ermoeglicht.

Galapagos-Seelöwen
Die neugierigen Galápagos - Seeloewen gibt es an allen Straenden. Die Vorfahren der Seeloewen kamen von der kalifornischen Suedkueste und haben sich auf Galápagos zu einer eigenen Unterart entwickelt. Seeloewen sind ausgesprochene Herdentiere. Sie sind tagaktiv und gehen morgens und abends auf Fischfang. Den Rest des Tages verbringen die Weibchen und die Jungen in Gruppen wie Urlauber faul am Strand liegend. Die Weibchen bringen jaehrlich jeweils ein Junges zur Welt. Im Alter von ca. 14 Tagen gehen die Kleinen das erste Mal zum Schwimmen ins flache Wasser, nach einem Jahr ist es selbstaendig. In der Fortpflanzungszeit bewacht jeweils ein Maennchen eifersuechtig einen Harem. Es schwimmt aufmerksam am Ufer hin und her und verteidigt mit lautem Gebruell sein Territorium gegen Eindringlinge aller Art.